Tipp des Monats Mai

Sicheres Absetzen - Das Kommando "Sitz"
Schritt 1 der Übung

Wir zeigen nun in vier Schritten, wie ein Hundeführer seinen Hund dazu bewegen kann, das Kommando „Sitz“ auszuführen. Bei diesem soll der Hund sich „hinsetzen“, sich ruhig verhalten und mit allen vier Pfoten den Boden berühren, wobei es durchaus vorkommen kann, dass der Hund nur auf drei Pfoten sitzt, dies soll nicht weiter schlimm sein, da ein Hund derartiges Verhalten durch Nervosität und Anspannung zeigt.

Kommen wir nun zu den einzelnen Schritten:



Zuerst nimmt man eine Belohnung in Form eines Leckerchens für den Hund in die Hand, so dass dabei Daumen und Zeigerfinger dieses sicher halten.



Man macht dem Hund nun klar, dass man für ihn etwas Leckeres in der Hand hält, indem man es ihm einfach vor die Nase hält und er den Duft des Leckerchens aufnimmt.






Mit der Motivation dieses haben zu wollen, wird der Hund mit der Schnauze so nah es geht an die Hand gehen und versuchen das Leckerchen zu fressen.






Allerdings sollte dies dem Hund noch nicht gelingen, sondern der Hundeführer muss nun die Hand nach oben bewegen so, dass der Hund den Kopf heben muss.

Dadurch, dass der Hund nun den Kopf hebt, senkt er sein Hinterteil ab, um immer noch an die Belohnung zu kommen.

Nun ist der kurze Augenblick gekommen, bei dem der Hundeführer das gewünschte Kommando „Sitz“ für den Hund hörbar in normaler Stimmenlage ausspricht.



Ist dies alles erfolgt, der Hund sitz und direkt darauf hörte er das Kommando, muss der Hund nun einen Erfolg, zum einen durch die Belohnung, die er nun endlich erhält, zum anderen durch die Freude des Hundeführers.

Nun also hat der Hund gemerkt, dass er sich hinsetzen muss, um an die Belohnung zu gelangen.

Dieser Vorgang muss mehrmals wiederholt werden, damit dem Hund immer mehr deutlicher wird, dass er sich, wenn der Hundeführer „Sitz“ sagt, hinsetzen muss, um belohnt zu werden. Auch wenn der Hund bei dieser Übung sicher scheint, sollte diese so oft wiederholt werden, bis einen sichere Prägung des Kommandos aufgebaut wurde.


Schritt 2 der Übung

Wenn der Hund dem Hundeführer das Gefühl vermittelt, dass er Schritt 1 der Übung sicher und schnell ausführt, kann man zu Schritt 2 übergehen.

Bei diesem Teilschritt gibt der Hundeführer das Kommando aus dem Stand heraus. Der Hund hat ja jetzt schon begriffen, dass er sich, wenn jemand „Sitz“ sagt, hinsetzen soll, um die Belohnung zu bekommen.

Nun nimmt man das Leckerchen in beide Hände und hebt diese in Brusthöhe. Daraufhin sagt der Hundeführer das Kommando, „Sitz“, und sobald der Hund so hinsetzt, wie er es am Anfang gelernt hat, erhält er sofort die Belohnung.


Ist dies nicht der Fall und der Hund bleibt stehen oder macht etwas anderes, ist dies mit einem „Nein“ oder "Vorbei" abzulehnen und sein Verhalten somit zu ignorieren. Der Hund erhält dann natürlich auch keine Belohnung.

Weiterhin lässt ein solches Verhalten dem Hundeführer sehen, dass der Hund noch nicht die nötige Sicherheit hat, die ihm beim ersten Teil der Übung übermittelt wurde. Dass heißt, man muss diesen Teil nochmals wiederholen.
Es ist für den Gesamterfolg wichtig daß ein Kommando nicht wiederholt geben wird, der Hund soll es schließlich beim ersten mal ausführen.

Anfangs sollte man auch den Schritt 1 der Übung zu Beginn immer wiederholen, bevor man in der Trainigseinheit zu Schritt 2 übergeht.Damit machen wir unseren Hund deutlich, dass er sich jetzt zu konzentrieren hat und geben ihm durch positive Erfahrung eine gewisse Selbstsicherheit. Um jetzt nicht nur das setzen zu trainieren, sondern auch vielmehr das sitzenbleiben zu prägen, verlängeren wir ganz langsam die Zeit zwischen der Befehlsausführung und der Belohnung. Bleib der Hund nach der Belohnung selbstständig sitzen sollte man dieses gewüschte Verhalten auch mehrfach hintereinander bestätigen.


Schritt 3 der Übung


Wenn der Hund dem Hundeführer wieder das Gefühl vermittelt dass er in dieser Übung sicher und schnell ausgeführt, kann man zu Schritt 3 übergehen. Hier soll dem Hund vermittelt werden, dass er da, wo er sitzt, auch sitzen bleiben soll, egal wo der Hundeführer hingeht.

Dazu lässt man den Hund wie gewohnt „Sitz“ machen. Mit dem Wort „Bleib“ und einer Geste, bei der man die offene Hand, mit den Fingern nach oben zeigend, dem Hund entgegenstreckt.


Diese soll dem Hund symbolisieren, dass er keine Verlustangst haben braucht und einfach da bleiben soll. Das Wort „Bleib“ ist ein dehnbarer Befehl, der in Kombination mit anderen gebraucht wird.Später sollte dieser Befehl weggelassen werden, da der Hund am Ende der kompletten Übung bei „Sitz“ sitzen bleiben soll, bis ein weiterer Befehl folgt. Anfangs ist dieser notwendig und sollte daher auch benutzt werden.

Wenn nun diese Geste folgt, dann geht der Hundeführer, das ist sehr wichtig, nur einen Schritt zurück und sofort wieder zu dem Hund. Dieser wird nach und nach begreifen, was von ihm verlangt wird. Daher ist es hierbei extrem wichtig, dass man Schritt für Schritt dies übt.

Bleibt der Hund nicht sitzen, hat es damit zu tun, dass der Hundeführer eine zu große Distanz zwischen sich und dem Hund hatte und dieser mit der Situation noch überfordert ist. Dann sollte der Hundeführer umgehend darauf achten, dass die Entfernung zum Hund zunächst wieder kleiner ist.


Schritt 4 der Übung


Nun folgt der letzte Teil der Übung „Sitz“. Jetzt, wenn der Hund sitzen bleibt, nachdem der Hundeführer sich einige Schritte von ihm entfernt hat, ist es so weit, dass der Hundeführer die gleich Übung ausführt wie zuvor, allerdings sollte er jetzt nicht rückwärts vom Hund weglaufen, sondern sich umdrehen und vorwärts laufen.
Er dreht sich um und geht schließlich wieder in normalem Tempo auf den sitzenden Hund zu. Wenn der Hundeführer nun wieder an der Stelle steht, an der er stand bevor er vom Hund wegging, lobt er den Hund mit dem Leckerchen, was auch unverzüglich wie in der Übung zuvor geschehen sollte.


Des weiteren sollte der Hundeführer nun auch um den Hund herum gehen und kreuz und quer sich von ihm entfernen.

Wenn der Hund nun sitzen bleibt, dann muss die letzte Übung weiter gefestigt werden und der Hund kann ein perfektes „Sitz“.

Weiter steigern kann man die Perfektion dieser Übung im Anschluss noch mit einer immer stetig, aber auch genauso langsam zunehmenden Ablenkung, wie etwa durch Passanten, andere Hunde und Stör- bzw. Fremdmotivation durch paralleles Ballspielen usw.


Viel Spass mit dieser Übungseinheit wünschen Maximilian, Noah und Matthias.